Charakteristik
Dass der Monte Grappa kein naturbelassenes Wanderrevier ist, weiß man vorher – schließlich führen gleich zwei gut ausgebaute Bergstraßen bis fast zum Gipfel, sodass sich auch Nicht-Wanderer, Motor- und Rennradler dort oben tummeln. Zudem erschließen zahlreiche Einkehrbetriebe und Almen den Gipfelstock. Zwei Aspekte machen den Monte Grappa berühmt: Zum einen seine fantastische Rundum-Aussicht als unverbauter Gipfelstock am äußersten Südrand der Alpen, zum anderen seine traurige Rolle während beider Weltkriege: Im Ersten Weltkrieg kämpften hier erbittert und sinnlos österreichisch--ungarische gegen italienische Truppen, im Zweiten Weltkrieg italienische Partisanen gegen die Wehrmacht. Egal, wie man das Mega-Monument am Gipfel findet: ein Mindestmaß an Pietät ist angebracht.
Beschreibung
*) ab Semonzo 1600 Hm auf rund 20 km.
Im Hof der Baita Camol beginnt der „Sentiero panoramico 100“ als schmaler Wiesensteig, führt hinauf zum Waldrand mit Picknicktisch und dann links in den Wald hinein. Unmittelbar an der Hangkante passieren wir Stollen- und Ruinen (O, dann NO) und dürfen die blassen Markierungen nicht übersehen, die uns schließlich in einem steilen, wurzelig-rutschigen Linksknick hinauf in gutmütige Almwiesen lotsen. Leicht rechts haltend spazieren wir auf dem wieder deutlicheren Pfad zum Wiesensattel der Forcella Legnarola und geradeaus weiter durch ein Waldstück (NO). Mit leichtem Höhenverlust durchwandern wir eine Almwiese und stehen kurz danach wieder an der von der Baita Camol heraufziehenden Fahrstraße. Auf ihr – oder auf dem Wiesensteig parallel dazu – bis zu einer markanten Linkskurve mit Wegweiser. Hier nehmen wir den rechts abzweigenden Fußweg, der über ein paar Wiesenhügel und – eingequetscht zwischen Straße und Geländekante – zum kreuzgeschmückten Aussichtspunkt Monte Colombera führt. Nun biegt der Steig nach halb links (NW) ab und kürzt auf gerader Linie die langen Schlaufen der Fahrstraße ab. Über ein paar Wiesenkuppen nähern wir uns dem Paraglider-Startplatz, den man „unterwandern“ kann, und nehmen danach jeweils den direkten Steig zwischen den Straßenkehren bis hinauf zum Wegweiser am Monte Meda. Das massive Gipfeldenkmal ist nicht zu übersehen und wird kurz danach über ein paar Wiesenbuckel erreicht. Außer der Gipfelkapelle und den Grabnischen der italienischen Soldaten gibt es noch einen Paradeplatz, den Friedhof der österreichisch-ungarischen Truppen und das ganzjährig bewirtschaftete Rif. Bassano samt Großparkplatz.
Hinweis: Von Semonzo aus führt die gut ausgebaute, frei befahrbare Bergstraße SP140 direkt bis zum Rifugio Bassano kurz unterhalb des Gipfels (ca. 20 km und 1600 Hm). Man könnte also einfach auch per Auto zum Gipfel fahren. Dazu gibt es unzählige Variationen, die Auto- oder Radanfahrt mit einer Wanderung zu verbinden. Wir sind von Semonzo bis zur Baita Camol geradelt (ca. 13 km / 1000 Hm) und danach gewandert.